Die Arbeiten der Serie „Echos der Stille“ entstehen aus eigenen Fotografien,
die als Ausgangspunkt dienen. Diese werden nicht dokumentarisch übernommen,
sondern mit Kohle malerisch interpretiert und in ihrer Aussage verändert.
Bei ausgewählten Arbeiten wird zusätzlich eine digital entwickelte
Wellpappenstruktur über das Bild gelegt, die den Eindruck von Erinnerung,
Vergänglichkeit und Materialität verstärkt. So entstehen eigenständige Werke,
in denen Fotografie, Zeichnung und digitale Bearbeitung zu einer neuen
Bildsprache verschmelzen.
Mein Arbeitsprozess ist körperlich, direkt und materialbezogen. Ich arbeite auf Papier und Karton, bei größeren Formaten vor allem mit Chunky-Kohlesticks und Reiskohlestäbchen. Die Kohle wird nicht nur gezeichnet, sondern mit den Händen, Armen und dem gesamten Körper über die Oberfläche bewegt und verrieben. So entstehen Spuren, die aus einer unmittelbaren körperlichen Handlung hervorgehen.
Das bewusste Wahrnehmen des Materials ist ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit. Ich möchte die Kohle nicht nur als Zeichenmedium einsetzen, sondern ihre Beschaffenheit, ihren Widerstand und ihre Flüchtigkeit erfahren. Durch den direkten Kontakt bleiben ihre Spuren auch auf meiner Haut sichtbar. Mein Körper wird damit selbst zum Werkzeug und zugleich zum Teil des künstlerischen Prozesses. Die Grenzen zwischen Material, Handlung und Körper lösen sich auf – die Zeichnung entsteht aus ihrer gegenseitigen Wechselwirkung.
Meine Arbeiten beginnen nicht mit einer festen Idee, sondern mit Stille. Bevor ich zu zeichnen beginne, weiß ich meist nicht, was entstehen wird. Ich setze mich hin, nehme mir Zeit und lasse alles langsam in den Hintergrund treten. Das Zeichnen ist für mich ein meditativer Prozess – ein Zustand der Aufmerksamkeit, in dem Gedanken ruhiger werden und Bilder allmählich auftauchen. Ich versuche nicht, ein Motiv zu erzwingen. Stattdessen folge ich dem, was sich in diesem Moment zeigt. Erst in dieser Ruhe und Offenheit entwickeln sich Formen, Landschaften oder Figuren. So entsteht jedes Bild als Begegnung mit dem Unbekannten – getragen von Stille, Intuition und dem Vertrauen in den Prozess.